Benzin bringt unsere Fahrzeuge normalerweise
voran. Aber mitunter tut es auch das genaue Gegenteil.
Was gibt es zu Benzin sonst noch zu sagen? Man
kann es (noch) an Tankstellen bekommen und es ist immer viel zu teuer.
Und Benzin ist nicht unbegrenzt lagerfähig. Nach drei bis vier Monaten
setzt die Alterung ein und die Qualität sinkt. In Kunststoffkanistern
mehr und schneller als in Metallkanistern. Nach meinen Erfahrungen sind
Metallkanister auch dichter, seitdem ich einen Metallkanister im Auto
habe, riecht es im Wagen nicht mehr nach Benzin.
Benzin verdampft also leicht. Besonders die leichtflüchtigen
Bestandteilegehen gehen zuerst verloren. Und grade dese sind für eine
schnelle und sichere Zündung des Gemischs notwendig, besonders bei
kaltem Motor. Unerklärliche Startprobleme sind gar nicht selten auf
überalterten Kraftstoff zurückzuführen.
Die umgangssprachliche Bezeichnung für Benzin, Sprit, stammt noch aus
einer Zeit vor etwa tausend Jahren. Damals wurde, bedingt durch die
Isolierung Deutschlands und aus Devisenmangel, Benzin mehr und mehr
durch aus Holz gewonnenem Alkohol ersetzt. Dieses Gebräu wurde als
„Reichskraftsprit" angeboten.
In manchen Ländern wird heute Kraftstoff mit bis
zu 85% Ethanol angeboten. Allerdings müssen die Fahrzeuge dafür
geeignet sein.
Benzin ist, so sagen Chemiker, ein Gemisch aus
vielen Kohlenwasserstoffen. Die meisten dieser Kohlenwasserstoffe werden
aus Erdöl gewonnen. Aber, der Regierung und der EU und ihren Bemühungen
für den Klimaschutz sei Dank, nicht nur.
In Deutschland und der EU enthält Benzin fünf
bis zehn Prozent Ethanol, einer Alkoholart.
Leider hat dieser Alkohol die Tendenz, sich mit
Wasser zu verbinden. Wasser ist immer in der Luft enthalten, und Luft
strömt über die Entlüftung bei sinkendem Benzinstand im Tank nach.
Unter normalen Bedingungen ist das nicht schlimm, ein paar Promille
Wasser im Kraftstoff gelöst stören nicht. Jedenfalls nicht, wenn man
regelmäßig fährt, Benzin verbraucht und immer wieder nachtankt, also
immer frischer Kraftstoff hinzukommt.
Bei längeren Standpausen, wie sie bei Rollern und
Motorrädern in der Winterpause vorkommen, kann das durchaus zu Ärger führen.
Die Wasseranteile reagieren in Verbindung mit dem
Ethanol mit anderen Bestandteilen des Kraftstoffs. Das führt mit der
Zeit zu Ablagerungen im Kraftstoffsystem, auch im Vergaser. Diese
Ablagerungen stören mehr oder weniger stark dessen Funktion, auch
Benzinfilter können sich zusetzen. Schlussendlich führt es nicht nur
zu Minderleistung, sondern kann zum Versagen des Vergasers und damit des
Motors führen.

Ablagerungen in einem
Vergaser.
Man achte auf das Messingrohr links
Was kann man dagegen tun? Wenn man sein Fahrzeug
überwintert, den Vergaser entleeren. Der Spacy hat, wie die meisten
Zweiräder, eine Ablassschraube in der Schwimmerkammer des Vergasers.
Damit kann man das Benzin aus der Schwimmerkammer in ein Gefäß
ablassen. Es sind ja nur wenige Milliliter. Und den Tank bis zum Rand füllen.
Es schadet nicht, in der Garage aus dem Kanister bis oben hin
nachzutanken. Je weniger Luft im Tank ist, umso weniger Feuchtigkeit
kann eindringen.
Von verschiedenen Herstellern werden Additive
angeboten, die Probleme mit dem Kraftstoff bei längeren Standzeiten
verhindern sollen. Ich habe damit keine Erfahrungen, kann also zur
Wirkung keine Aussage machen. Mit den oben beschriebenen Vorgehensweisen
bin ich bislang über die Winterpause hinweggekommen.

Auf dem Boden der
Schwimmerkammer kristalline Ablagerungen.
Was aussieht wie Rost, sind ebenfalls Rückstände überalterten
Kraftstoffs
Die Bilder zeigen den Vergaser aus dem Roller
einer lieben Nachbarin. Die fuhr oft Wochen und Monate nicht. Mit der
Zeit war der Roller nur mit Mühe überhaupt zum anspringen zu bewegen.
Und nach der Winterpause lief er gar nicht mehr. Ich habe dann den
Vergaser zerlegt und die Ablagerungen nach dem fotografieren mühsam
entfernt. Seitdem tuckert dieses Fahrzeug fernöstlichen Ursprungs
wieder wie seit langer Zeit nicht mehr.
Und ich habe mich gefreut, dass der Spacy einen
stehenden Motor hat, wo man ohne die Verkleidungen bis auf den Rahmen
abzubauen und ohne Verrenkungen überall einigermaßen gut herankommt.
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