Operation Auspuff
Korrosionsschutz mit Keramiklack
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Weder bei Honda noch von Zubehörfirmen gibt es Ersatz für einen Spacy- Auspuff. Grundsätzlich könnte man einen anderen Auspuff anpassen und montieren. Nur dürfte das bei der nächsten HU den Unwillen des Prüfers erregen, denn die Type des Auspuffs ist Bestandteil der ABE und in den Papieren eingetragen. Darum ist wohl die Typennummer gut sichtbar eingeprägt. Wird der Auspuff unbrauchbar, ist das ein großes Problem. 

Darum habe ich überlegt, wie ich einen vorhandenen Auspuff zumindest von außen gegen Korrosion schützen kann.

Es gibt eine ganze Reihe Auspufflacke, die Temperaturen bis 800°C aushalten sollen. Bei den Töpfen oder Schalldämpfern kommt das auch hin. Am Krümmer, der beim Spacy einmal um den Schalldämpfer herumgelegt ist, steigen die Temperaturen aber deutlich höher. Zwar hat der Krümmer eine ordentliche Materialstärke, aber Korrosion nagt auch am dicksten Bauteil und sieht überdies nicht schön aus. Es gibt jedoch Keramiklack, der laut Anbieter im Dauerbetrieb 1200°C aushält.

An einem Teilespender war noch eine sehr gute, fast rostfreie Abgasanlage zu finden. Diese wurde gründlich, auch in den Ecken und Hinterschneidungen, sandgestrahlt.

Auspuff nach dem sandstrahlen

Nach gründlicher Entfettung erfolgte der Auftrag des Keramiklacks. Große Flächen mit dem Pinsel, schlecht zugängliche Stellen dann mit der Sprühlack aus der Spraydose.

Wenn ich noch einmal einen Auspuff so bearbeiten muss, werde ich nur mit der Sprühdose arbeiten. Der Lack ist sehr ergiebig, so dass nach einem Rollerauspuff sowohl die Dose als das Spray noch nicht leer sind. Ewig hält Lack bekanntlich nicht, und besonders preiswert ist der Keramiklack auch nicht.

Der Lack ist nach dem Auftrag nicht sonderlich fest, es empfiehlt sich, mit einem Heißluftgerät den Lack sozusagen „einzubrennen". So kann man verhindern, dass bei der Montage die Lackschicht beschädigt wird und der Rost sein zerstörerisches Werk beginnen kann. Bei einer längeren Fahrt wird die Abgasanlage so heiß, dass die Endfestigkeit erreicht wird.

Nach dem Auftrag des Keramiklacks

Alle Arbeiten sollte man im Freien und möglichst mit Atemmaske ausführen, da Lösungsmittel, Aerosol und, beim einbrennen, etwas Rauch freiwerden.

Bislang bin ich etliche hundert Kilometer gefahren, ganz bewusst auch  Autobahn, um die Abgasanlage ordentlich zu erhitzen. Dem Lack scheint das nichts auszumachen, weder am Topf noch am besonders gefährdeten Krümmer sind Blasen oder Abplatzungen zu sehen. Am Krümmer ist der Lack etwas nachgedunkelt, das dürfte an meiner Farbwahl rot liegen; bei schwarz fällt es vermutlich nicht auf.

In die Gewinde der drei Schrauben, die das Hitzeschutzblech halten, sollte man etwas hitzefeste Montagepaste geben. Das erleichtert eine eventuelle zukünftige Demontage.

Außer dem Auspuff wurde auch das Hitzeschutzblech gestrahlt und anschließend poliert. Im letzten Schritt wurde dieses Bauteil dann noch verchromt. Ansonsten ist Chrom am Spacy leider Mangelware.

Auspuff mit Keramiklack und verchromten Hitzeschutzblech 

Das Thema Korrosionsschutz des Auspuffs füllt zahllose Beiträge in Foren. Viele Vorschläge sind gut gemeint, manche leider auch sinnlos.

Die Verwendung von Zinkspray wird häufig empfohlen, ist aber keine langfristige Lösung, ebensowenig wie die Verzinkung, gleich ob galvanisch oder Feuerverzinkung. Das liegt daran, das Zink bei ca. 420°C schmilzt, diese Temperatur wird am Auspuff leicht erreicht und überschritten. Hinzukommt, dass ab ca. 80°C Zink seine innere Struktur verändert und der Korrosionsschutz nachlässt. Feuerverzinkung hält Temperaturen bis etwa 125°C stand, ebenfalls nicht ausreichend. Verkupfern und anschließend verchromen versprechen langfristigen Schutz. Aber auch nur, wenn es um glatte Flächen geht. Beim Spacyauspuff gibt es diverse Ecken und Hinterschneidungen. Die gelösten Metalle im galvanischen Bad werden durch Strom am Werkstück angelagert. An manchen Stellen, z.B. hinter einem Bügel, wird der Stromfluss gewissermaßen abgeschattet, wodurch sich da keine ausreichenden Schichtdicken bilden. So hat es mir ein Galvaniseur für Laien verständlich erklärt.

Der Rostumwandler Fertan macht zwar schöne schwarze Oberflächen, wo früher Rost war. Aber die löst sich leider besonders am Krümmer schnell auf, der Hersteller gibt als Grenze 450°C an. Mein Versuch hat gezeigt, dass die Angaben korrekt sind.

Kupferpaste aufzutragen bringt nach Erhitzung zwar eine Schutzschicht, die aber auch nicht lange hält, schon gar nicht wenn der Auspuff wie am Roller Spritzwasser ausgesetzt ist. Das Gleiche gilt für eine Mischung aus Öl und Graphit, mit der die Teile eingepinselt werden.

 

 

 

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